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Erstmalige Sanierung einer denkmalgeschützten Fassade mit Vakuumdämmungen

Giebelfassade
Abb. 1: Die sanierte Giebelfassade des denkmalgeschützten Hauses in Nürnberg - Schoppershof.

Anfang Dezember 2000 konnte noch rechtzeitig vor Winterbeginn die Fassadensanierung eines Gebäudes in Nürnberg-Schoppershof abgeschlossen werden. Diese Maßnahme ist dem ersten Anschein nach nicht ungewöhnlich. Sie wird jedoch gerade angesichts der gestiegenen Heizölpreise eine Pilotfunktion für nachträgliche Dämmmaßnahmen im Gebäudebereich übernehmen: Erstmalig wurden sogenannte Vakuumdämmungen in eine zu sanierende Gebäudefassade erfolgreich eingebaut. Mit den dabei verwendeten evakuierten Dämmplatten kann man etwa zehnfach höhere Dämmwerte erreichen als mit konventionellen Dämmstoffen gleicher Dicke. Die Maßnahme wurde im Rahmen des Verbundprojekts “Entwicklung und Anwendung von evakuierten höchsteffizienten Dämmungen für Gebäude” durchgeführt, das vom Freistaat Bayern im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern gefördert wird. Das Projekt wird von dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. in Würzburg koordiniert und in Zusammenarbeit mit 16 weiteren Projektpartnern aus Industrie und Gewerbe durchgeführt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Anwendungstechniken für Vakuumdämmungen im Gebäudebereich und deren Test auf Praxistauglichkeit in Demonstrationsobjekten.

Vakuumpaneele
Abb. 2: Einbau der Vakuumpaneele in die Fassade; die 15 mm dünnen Vakuumdämmplatten werden auf die Wand verklebt und zusätzlich von einem Schienensystem mit Putzträgerplatten aus 35 mm XPS-Schaum gesichert.

Weitere Details zum Einbau finden Sie hier.

In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt der Stadt Nürnberg war als erstes Pilotobjekt im Bereich Außenfassade die Giebelseite des denkmalgeschützten Hauses in Nürnberg-Schoppershof (Abb. 1, oben) ausgewählt worden. Aufgrund des geringen Dachüberstands der Giebelseite des Hauses war die Vorgabe des Denkmalschutzamtes, eine Dämmdicke von 6 cm nicht zu überschreiten. Trotz dieser Vorgabe wurde nun ein Dämmniveau realisiert, das gewöhnlich nur bei hochgedämmten Niedrigenergiehäusern realisiert werden kann: Der Wärmedurchgangswert nach Abschluss der Sanierung beträgt nur noch 0,2 W/m2K. Die Dämmwirkung konnte damit um das dreifache gegenüber dem früheren Zustand verbessert werden.

Die bei der Sanierung eingesetzten Vakuumdämmplatten haben eine Stärke von nur 15 mm. Die Dämmplatten bestehen aus dem gepressten Pulverkern einer äußerst feinen nanostrukturierten Kieselsäure und sind mit speziellen metallisierten Hochbarrierefolien umhüllt, die das erforderliche Vakuum über Jahrzehnte hinweg halten. Die sanierte Giebelfassade integriert sich bestens in das bestehende Gebäude.

Weitere Pilotobjekte werden in den kommenden beiden Jahren mit Vakuumdämmpaneelen im Rahmen des High-Tech-Projektes ausgerüstet werden. Die bisherigen Ergebnisse machen zuversichtlich, dass die Vakuumdämmtechnik sich im Bereich der Gebäudesanierung einen festen Platz erobern wird.

Kontakt und Information

Dr. Ulrich Heinemann
ZAE Bayern
Am Hubland
97074 Würzburg
Tel.: 0931/70 56 4-35
Fax.: 0931/70 56 4-60

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