Energieeffizeinte Prozesse

Die Effizienzsteigerung leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung unserer zukünftigen Energiestruktur. Neben der Reduzierung des Wärmeverbrauchs in Gebäuden ist die effiziente Wandlung von Wärme in Energieversorgungssystemen und industriellen Prozessen ein zentrales Element. Die Effizienz thermischer Prozesse zur Kraft-, Wärme- und Kältebereitstellung muss durch die gezielte Reduzierung exergetischer Verluste verbessert werden.

Industrielle Prozesse haben z. B. durch die konsequente Nutzung von Abwärme ein hohes Optimierungspotential. Darüber hinaus leistet die sinnvolle Nutzung der regenerativen Energieträger Biomasse, Solar- und Geothermie einen Beitrag zur Reduzierung fossiler Energieträger und zur Minderung der CO2-Emissionen. So müssen Verfahren zur thermischen Biomassenutzung, zur Konversion solarer Einstrahlung oder Elektrizitätserzeugung auf niedrigem Temperaturniveau optimiert und in umfassende Gesamtenergiekonzepte eingebunden werden.

Eine nachhaltige Energienutzung im industriellen Bereich, basierend auf Abwärmenutzung, ist auf effiziente Technologien für Wärmetransformation und Energiespeicherung angewiesen.

Forschungsgebiete

Biomasse

Das ZAE Bayern ist überwiegend im Bereich der thermischen Nutzung von Biomasse im Gebäudebereich (Pelletkessel) und dort mit Untersuchungen zu direkten Emissionen (gasförmige Schadstoffe und Feinstaub) sowie zur Energieeffizienz bei der Umwandlung in Wärme (Nutzungsgrad) tätig. Darauf aufbauend wurden am ZAE Bayern auch die Umweltauswirkungen der Emissionen aus der Biomasseverbrennung anhand von Ausbreitungsrechnungen aufgezeigt und den politischen Akteuren dadurch wissenschaftlich fundierte Hilfestellungen für den Bereich der Luftreinhaltung gegeben. Die Ergebnisse fanden mittelbar Eingang in die Gestaltung von Umweltzonen sowie in die Novelle der 1.BImSchV.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Robert Kunde
+49 89 329442-26
Robert.Kunde@zae-bayern.de

Geothermie

Die Aktivitäten des ZAE Bayern erstrecken sich auf die Oberflächennahe Geothermie (bis 400 m Tiefe) und die Tiefengeothermie, wobei es sich hier um grundsätzlich unterschiedliche Techniken handelt. In der Oberflächennahen Geothermie liegen die Schwerpunkte bei Komponentenentwicklung und Methoden der Qualitätssicherung. Die Komponentenentwicklung erstreckt sich auf Materialfragen wie z. B. Verfüllbaustoffe für Erdwärmesonden und auf neue Sondenkonstruktionen wie z. B. Heat Pipe Erdwärmesonden mit CO2 als Wärmeträger.

Bei der Qualitätssicherung kann als herausragendes Beispiel der Thermal Response Test genannt werden. Es handelt sich um ein Verfahren, mit dem die thermischen Untergrundeigenschaften an einem konkreten Standort in situ gemessen werden können. Das ZAE Bayern hat dafür eine mobile Messeinrichtung und geeignete Verfahren zur Auswertung bzw. zur Simulation des Wärmetransports im Untergrund entwickelt. Ein weiteres Thema der Qualitätssicherung ist die Entwicklung von zuverlässigen Prüfmethoden zur Dichtheitsprüfung von Sondenrohren beim Betrieb von Erdwärmesonden. Zusätzlich werden Erdwärmesonden-Speicher als saisonale Speicher zur Konzipierung solarer Nahwärmeanlagen eingesetzt.

Bei der Nutzung von Tiefengeothermie ist das ZAE Bayern aktuell im Bereich der Beratung für Bauherrn und Betreiber (meist Kommunen) aktiv, insbesondere bei der Entwicklung, Optimierung und Bewertung von Systemkonzepten mit niedrigen Systemtemperaturen. Schwerpunkte sind hier die speziellen Anforderungen an Thermalwasserkreis, Technik der Energiezentrale mit und ohne Stromerzeugung, Auslegung des Wärmenetzes, Hausübergabe- und die damit verknüpfte Haustechnik.

Im Bereich Oberflächennaher Geothermie leiten Mitarbeiter des ZAE Bayern den VDI-Ausschuss „Thermische Nutzung des Untergrunds“ und organisieren jährliche Konferenzen auf nationaler Ebene. Im internationalen Kontext ist M. Reuß Operating Agent des IEA Implementing Agreements ECES Annex 21 „Thermal Response Test“.

Ansprechpartner

Dipl.-Phys. Manfred Reuß
+49 89 329442-30
Manfred.Reuss@zae-bayern.de

Dr. Jens M. Kuckelkorn
+49 89 329442-17
Jens.Kuckelkorn@zae-bayern.de

Wärmetransformation

Seit der Institutsgründung stellt die Entwicklung thermisch angetriebener Wärmepumpen und Kältemaschinen einen Kernbestandteil der Aktivitäten des ZAE Bayern dar. Die Arbeiten erstrecken sich von grundlegenden theoretischen und experimentellen Untersuchungen über die Komponentenentwicklung bis zur Konzeption und Optimierung komplexer Energieversorgungssysteme.

Im Bereich der Grundlagen werden Kreislaufkonzepte und Varianten für die Prozessführung entwickelt und thermodynamisch modelliert. Experimentelle Arbeiten beschäftigen sich mit der Untersuchung neuer Stoffpaarungen und den Mechanismen der Wärme- und Stoffübertragung. Aufbauend auf diesen Grundlagenuntersuchungen werden Wärmetauscherkonfigurationen und vollständige Wärmepumpenanlagen entwickelt. Die systemtechnischen Arbeiten befassen sich mit dem Einsatz von Sorptionswärmepumpen und -kältemaschinen zur solaren Kühlung, zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung und zur Kälte aus Fernwärme sowie zur Gebäudebeheizung und zur Abwärmenutzung in Industrie und Gewerbe.

Die anwendungsbezogenen Arbeiten gehen entscheidend über den jeweiligen Stand der Technik hinaus und mündeten in mehrere Patente im Bereich der verfahrenstechnischen Umsetzung sowie der systemtechnischen Einbindung.

Die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der thermischen Wärmepumpen findet international große Beachtung. Das ZAE ist hier auch im wissenschaftlichen Beirat von internationalen Tagungen tätig. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden auf internationaler Ebene u.a. in Arbeitsgruppen der Internationalen Energie Agentur (IEA) eingebracht.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Manuel Riepl, M.Sc.
+49 89 329442-43
Manuel.Riepl@zae-bayern.de

Solarthermie

Aktuelle Forschungsschwerpunkte am ZAE Bayern liegen bei Kollektorentwicklungen für den Nieder- und Mitteltemperaturbereich (Temperaturbereich bis 200 °C), sowie der Kurz- und Langzeitspeicherung solarer Wärme. Die Einbindung von Solarthermie in solar unterstützte Heiz- und Kühlsysteme ist wegen der Dynamik solarer Strahlung, der gegenseitigen Wechselwirkung von Komponenten und Gebäude komplex und benötigt daher eine dynamische Systemsimulation zur Auslegung. Für größere Anlagen mit und ohne Langzeitwärmespeicher müssen dazu die kompletten solaren Nahwärmesysteme simulationstechnisch abgebildet werden. Insbesondere die Solarisierung von Bestandsgebäuden oder Bestandsquartieren mit Neubauanteilen erfordern F&E-Anstrengungen und neue Ansätze im Bereich adaptiver und antizipierender Regelungen. Um die hohe Akzeptanz bei den Nutzern zu erreichen und zu sichern, ist eine intensive Qualitätskontrolle bei der Planung, dem Bau und Betrieb thermischer Solaranlagen erforderlich. Diese erfolgt über die wissenschaftliche Begleitung und ein qualifiziertes Monitoring innovativer Anlagen. Ziele der Optimierung sind den solaren Deckungsanteil zu erhöhen und die Wirtschaftlichkeit der Systeme zu verbessern.

Solarthermische Systeme in allen Temperaturbereichen erfordern zur Anpassung von Angebot an den Bedarf geeignete Wärmespeicher. Je nach Anwendung reicht dies von Puffer- oder Kurzzeitspeicherung bis hin zur saisonalen Wärmespeicherung.

Derzeit bearbeitet das ZAE Bayern Projekte in den Bereichen Kollektorentwicklung, solar gestützte Nahwärmesysteme, saisonale Speicherung von solarer Wärme, solare Klimatisierung und solare Prozesswärmebereitstellung. Zusätzlich wird an der verbesserten Integration solaraktiver Außenwandelemente in die Gebäudehülle gearbeitet. Solaraktive Wandelemente schaffen Synergien und reduzieren Kosten. Das ZAE Bayern ist mit seinen Solaren Nahwärmekonzepten national und international führend und entwickelt als eines der wenigen Institute eigenständig Prozesswärmekollektoren für den mittleren Temperaturbereich.

Über die rein technischen Entwicklungsmöglichkeiten hinaus hat das ZAE Bayern umfangreiche Kompetenzen bei der Veranstaltung wissenschaftlicher Tagungen (Beteiligung in Tagungsbeiräten u. ä.), für regionale und nationale Potenzialabschätzungen und systemische Betrachtungen (kommunale und regionale Energiekonzepte). Diese Expertise kann auch für Technikfolgenabschätzung und Risikoanalyse zur Politikberatung eingesetzt werden.

Ansprechpartner

Dipl.-Phys. Manfred Reuß
+49 89 329442-30
Manfred.Reuss@zae-bayern.de

Dr. Jens M. Kuckelkorn
+49 89 329442-17
Jens.Kuckelkorn@zae-bayern.de

Projekte

Industrielle Abwärmenutzung durch thermische Energiespeicherung

foto Abwärmenutzungsanlage

Gießereien gehören zu den energieintensivsten Industriebetrieben. Der größte Teil der eingesetzten Energie wird dazu benötigt, die Schmelzöfen mit den sich in ihnen befindenden Metallen zu erhitzen, um so die Metalle zu verflüssigen, damit sie anschließend in die gewünschten Formen gegossen werden können.

Schmelzöfen liefern während ihres Betriebs sowie in den Abkühlphasen Abwärme, die häufig ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird – so auch in der Gießerei Heunisch in Bad Windsheim. Daher stellte man sich in der Gießerei Heunisch die Frage, ob man diese Abwärme auf wirtschaftliche Weise nutzen kann – als Prozesswärme, zum Heizen oder gar zur Generierung von Kälte. Eine Nutzung der Abwärme wird außerdem dadurch erschwert, dass sie zu Zeiten anfällt, die nicht identisch mit den Phasen sind, in denen Wärme benötigt wird.

Im Rahmen einer Kooperation des ZAE Bayern mit der Gießerei Heunisch und dem Anlagenbauer Küttner wurde eine Antwort auf diese Frage gefunden:
Im Mittelpunkt der entwickelten Lösung steht ein Energiespeichersystem, das die Abwärme des Schmelzofens (Kupolofen) speichert, um diese während der Stillstandzeiten des Ofens zur Bereitstellung von Prozess- und Heizwärme sowie von Prozesskälte nutzen zu können. Erreicht wird dies durch den Einsatz innovativer Technologien im Bereich der Wärmespeicherung und Wärmetransformation sowie durch ein Energiemanagementsystem, das für eine effiziente Verknüpfung der Wärmequellen und -senken sorgt.

Auf dem Weg dahin muss eine Reihe von Problemen gelöst werden: Beispielsweise sind Systeme zur Speicherung größerer Mengen Wärme bei Temperaturen bis 300 °C noch nicht auf dem Markt verfügbar, so dass diese Hochtemperaturspeicher erst entwickelt werden müssen. Ebenso neu ist die Verknüpfung derartiger Speicher mit Absorptionswärmepumpen, die auch die von der Gießerei benötigte Kälte realisieren können.

Der in der Entwicklung befindliche Hochtemperaturwärmespeicher ist ein sogenannter Zweistoffspeicher. Er enthält eine Feststoffschüttung, die direkt von einer Wärmeträgerflüssigkeit umströmt wird. Zu seinem Betrieb sind keine hohen Drücke erforderlich. Dieses Konzept besitzt erhebliche Vorteile gegenüber alternativen Speicherkonzepten (z. B. Druckwasserspeichern oder Thermoölspeichern). Unter anderem lassen sich durch die Verwendung kostengünstiger Feststoffschüttungen – z. B. solche aus Gestein – relativ niedrige Herstellungskosten realisieren.

Zur Entwicklung des thermischen Speichers wird am ZAE Bayern unter anderem ein Teststand eingerichtet, mit dem geeignete Feststoffschüttungen als Speicherfüllmaterial identifiziert werden können und ihre chemische Beständigkeit und Zyklenfestigkeit untersucht werden kann. Mit diesem Teststand werden insbesondere die Auswirkungen unterschiedlicher Schüttungsarten, Schüttungsgrößen und -formen, Schüttungsdichten und Schüttungsoberflächen auf die Leistungsfähigkeit des Speichers analysiert, und auf Basis der Ergebnisse wird ein geeignetes Speicherfüllmaterial ermittelt.

Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildet die benötigte Wärmepumpe. Während bei konventionellen Absorptionswärmepumpen die Antriebswärme durch Heißwasser, Dampf oder Rauchgas zugeführt wird, wird für das geplante System zum Wärmerecycling eine Absorptionswärmepumpe benötigt, die Thermoöl als Wärmeträger nutzt. Daher muss sowohl das Konzept der Wärmeübertragung in der Absorptionswärmepumpe als auch die Dimensionierung des benötigten Wärmeübertragers angepasst werden. Ferner ist es erforderlich, die Absorptionswärmepumpe an die geforderten Temperaturniveaus bei der Bereitstellung der Kälte (ca. 5 °C, Rückkühlung bei ca. 40 °C) und Wärme (ca. 85 °C, Niedertemperaturquelle bei ca. 30 °C) anzupassen.

Die gespeicherte Abwärme kann dadurch vielfältig zur Bereitstellung von Prozesskälte, zum Antrieb der Wärmepumpe, zum Heizen und zur Brauchwasserbereitung genutzt werden.

Nach der Inbetriebnahme des Energiespeichersystems beginnt die Erprobung unter realen Betriebsbedingungen. Während dieser Phase erfolgt eine kontinuierliche, intensive technische und wissenschaftliche Betreuung der Anlage. Basierend auf einem Monitoring wird das Energiespeichersystem unter technischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten analysiert. Die erhaltenen Daten werden dazu verwendet, weitere Optimierungspotentiale zu identifizieren und diese bei der errichteten Anlage sowie bei weiteren zukünftig zu realisierenden Systemen zu erschließen.

Durch die Anlage zum Abwärmerecycling sollen bei der Gießerei Heunisch jährlich etwa 3000 MWh Primärenergie und 600 t CO2 eingespart werden. Das entspricht dem Heizbedarf von rund 300 Niedrigenergiehäusern bzw. dem CO2-Ausstoß von 300 Fahrzeugen mit einer Fahrleistung von 10.000 km pro Jahr.

Projekt-Webseite

Ansprechpartner

Dipl.-Ing Richard Gurtner
+49 89 329442-14
Richard.Gurtner@zae-bayern.de

Wärmetauscherentwicklung für kompakte Absorptionskältemaschinen

foto Wärmetauscher

Ziel des Vorhabens ist die Weiterentwicklung und die Erprobung einer kompakten Absorptionskälteanlage, die als Hauptkomponente hocheffiziente Plattenwärmetauscher aufweist. Hinsichtlich der Kältebereitstellung zur Klimatisierung von Wohn- oder Büroräumen bei Temperaturen über 0°C wird als Arbeitsmittel das Zweistoffgemisch Wasser/wässrige Lithiumbromidlösung verwendet, wobei Wasser als Kältemittel und wässriges Lithiumbromid als Absorptionsmittel dient. Als Antriebswärme ist Wärme auf Niedertemperaturniveau, wie beispielsweise Solarwärme, Fernwärme oder Blockheizkraftwerk (BHKW)-Abwärme, vorgesehen.

Der Einsatz umweltfreundlicher Absorptionskälteanlagen ermöglicht gegenüber der Verwendung konventioneller Kompressionskältemaschinen, welche überwiegend mit elektrischer Energie angetrieben werden, eine signifikante Reduzierung des Primärenergieaufwandes und der damit verbundenen CO2-Emissionen bei der Bereitstellung von Klimakälte. Die Verfügbarkeit effizienter Wärmetauscher leistet dazu einen entscheidenden Beitrag, diese energiesparende Technik kostengünstig und zugleich zuverlässig verfügbar zu machen.

Im Rahmen eines vom BMWI unter dem Kennzeichen 0327875A geförderten Vorhabens sollen kompakte Plattenwärmetauscher für den Einsatz in Absorptionskältemaschinen und darauf aufbauend eine Kompakt-Kältemaschine entwickelt werden. Das neuartige Wärmetauscherkonzept verspricht insbesondere bei kleinen Leistungen Vorteile gegenüber der herkömmlichen Rohrbündeltechnik in Bezug auf Abmessungen und Herstellkosten. Hierfür sind detaillierte Erkenntnisse zum Wärme- und Stoffübergang vonnöten, weshalb in diesem Rahmen auch umfangreiche Untersuchungen dazu durchgeführt werden.

Die Anlagenentwicklung konzentriert sich auf eine Kälteleistung von 3 bis 5 kW, so dass eine Kopplung an bestehende Solar-Kombianlagen, die zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung eingesetzt werden, möglich ist. Damit ist ein beträchtliches Potenzial für den Markteintritt einer derartigen Entwicklung gegeben.

Ansprechpartner

Dipl.- Ing. Stefan Natzer
+49 89 329442-32
Stefan.Natzer@zae-bayern.de

Solares Klimatisierungssystem für Bestandsgebäude

foto Solar-Klimatisierungssystem

Im Vordergrund steht die Entwicklung eines integrierten Systems, welches ganzjährig zum Heizen und Kühlen in Verbindung mit Flächenheiz- und Kühlsystemen eingesetzt werden kann. Kernbestandteil ist eine mit Solarwärme angetriebene Absorptionskälteanlage, die zur Abdeckung von Lastspitzen oder in Zeiten ungenügender Solareinstrahlung zusätzlich fossil beheizt werden kann. Im Heizbetrieb während der Wintermonate wird dieselbe Anlage als thermisch angetriebene Wärmepumpe eingesetzt. In dieser Betriebsart dient die Kollektoranlage als Wärmequelle zur Wärmeeinspeisung von Niedertemperaturwärme in den Verdampfer der Wärmepumpe. Dadurch wird ein größtmöglicher Solarertrag der Kollektoranlage während der kalten Jahreszeit erzielt. Um eine hohe Energieeffizienz im Betrieb mit fossiler Zusatzfeuerung zu erreichen, wird ein kombinierter ein-/zweistufiger Absorptionswärmepumpenkreislauf eingesetzt, der eine flexible Ein- und Auskopplung von Niedertemperaturwärme – zum solaren Antrieb der Kältemaschine und zum gleichzeitigen Heizen und Kühlen – ermöglicht.

Das Komplettsystem zur solaren Gebäudeklimatisierung eignet sich insbesondere für Systeme größerer Kälteleistung und ist auch zur Nachrüstung in Bestandsgebäuden geeignet.

In dem von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderten Forschungsvorhaben wurde zusammen mit der Lindner AG in Arnstorf eine Pilotinstallation realisiert und in den Dauerbetrieb überführt. Eine umfassende messtechnische Erfassung aller relevanten Größen erlaubt die ausführliche energetische Analyse, die über mehrere Heiz- und Kühlperioden durchgeführt wird.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Manuel Riepl, M.Sc.
+49 89 329442-43
Manuel.Riepl@zae-bayern.de

Jahresnutzungsgrad und Jahresemissionen von Holzpellet-Kleinfeuerungsanlagen

foto Pelletkessel

In einem Forschungsvorhaben wurde der Einfluss verschiedener Parameter auf den Jahresnutzungsgrad und das Emissionsverhalten moderner Holzpellet-Kleinfeuerungsanlagen an einem Laborprüfstand untersucht. Dabei wurden zwei typische hydraulische Schaltungsvarianten (mit und ohne Pufferspeicher) an zwei unterschiedlichen realen Holzpellet- Kleinfeuerungsanlagen (Unterschubfeuerung und Fallschachtfeuerung) betrachtet.

Es wurden Lastgänge ausgewählter charakteristischer Typtage (VDI 4655), die anhand einer dynamischen Gebäudesimulation für ein nicht gedämmtes Bestands-Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen spezifischen Gesamtwärmebedarf von etwa 240 kWh/m²a abgeleitet wurden, zugrundegelegt. Die Energieflüsse und Emissionen wurden für die jeweiligen Typtage kontinuierlich gemessen und daraus Typtagnutzungsgrade ermittelt, die anschließend mit einer Gewichtung über den Wärmebedarf des jeweiligen Typtags und dessen Häufigkeit im Referenzjahr auf den Jahresnutzungsgrad hochgerechnet wurden. Zusätzlich wurden auch Versuche zur Beurteilung des Einflusses der Kesselauslegung (Dimensionierung) auf den Jahresnutzungsgrad durchgeführt.

Bei den Versuchen wurden auch die gasförmigen Emissionen, insbesondere Kohlenmonoxid, sowie die Staubemissionen gemessen. Für die Staubmessungen wurde die Messmethode nach der Richtlinie VDI 2066 - 1 so modifiziert, dass eine 24 stündige Staubbilanzierung durchgeführt werden konnte. Durch die Bestimmung der mittleren Staubemission jedes Typtags wurde auf die Jahresgesamtemission hochgerechnet.

Das Vorhaben wurde größtenteils über das Förderprogramm „Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ mit Geldern des Bundeumweltministeriums finanziert.

Weitere Infos im Internet unter www.energetische-biomassenutzung.de , FKZ 03KB026

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Robert Kunde
+49 89 329442-26
Robert.Kunde@zae-bayern.de

Geothermische Weichenheizung

foto Schienen Weichenheizung

Eisenbahnweichen werden heute aus Sicherheitsgründen im Winter beheizt, um auch bei Schnee und Eis einen ordnungsgemäßen Betrieb zu ermöglichen. In der Regel werden dafür elektrische Widerstandsheizungen oder Gasbrenner eingesetzt. Der gesamte Energieverbrauch der Anlagen, inklusive der des Nahverkehrs und der nicht zur DB AG gehörigen Eisenbahnen, beträgt allein in Deutschland im Mittel ca. 200 GWh pro Saison. Bei der benötigten Elektrizität handelt es sich um eine saisonale Last, die zu einem erheblichen Teil aus Spitzenlast besteht. In Deutschland müssen ca. 900 MW installierte Leistung für diese Anlagen vorgehalten werden.

Das Forschungsprojekt “Umweltinerte, emissionsfreie und autarke Niedertemperaturweichenheizung” hat zum Ziel, ein neuartiges Weichenheizsystem zur Nutzung oberflächennaher geothermischer Energie zu entwickeln, um damit die konventionellen Systeme zu ersetzen. Dazu wird Wärme aus dem Untergrund mit einem CO2-Thermosiphon entnommen, der aus einer CO2-Erdwärmesonde und einem Kondensator, welcher an der Weiche montiert wird, besteht.

Um das System wirtschaftlich umsetzen zu können, muss für die Wärmeübertragung vom Erdreich bis an die Weiche eine sehr geringe Temperaturdifferenz von nur wenigen Kelvin genügen. Bezogen auf die Heizfläche ist dafür eine spezifische Leistung von bis zu 1000 W/m² erforderlich. Darin liegt die wesentliche Herausforderung des vollkommen regenerativen Heizsystems.

Im Rahmen des bereits abgeschlossenen Projektes „Umweltinerte und emissionsfreie Niedertemperatur Weichenheizung“ erfolgte die Entwicklung des Gesamtsystems und seiner für die Planung notwendigen Auslegungswerkzeuge. Die erste geothermische Weichenheizung mit CO2 als Wärmeträger wurde 2010 geplant und im Januar 2011 gebaut. Bei insgesamt positiven Betriebserfahrungen verfügt das System noch über Optimierungspotenzial. Die nächste Projektphase hat zum Ziel, die Kondensatoren zu verbessern, mehrere Pilotanlagen zu errichten und diese messtechnisch zu begleiten.

Ansprechpartner

Dipl.-Phys. Lars Staudacher
+49 89 329442-30
Lars.Staudacher@zae-bayern.de

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ZAE Bayern

Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen erkenntnisbasierter Grundlagenforschung und angewandter Industrieforschung. Unter dem Leitbild „Exzellente Energieforschung – Exzellente Umsetzung“ realisieren wir komplette Innovationspakete, die auf Synergien zwischen Erzeugung, Speicherung und Effizienzmaßnahmen bauen.

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